Bericht über den 5. Post Doc Workshop in Heidelberg

Zum nunmehr fünften Mal fand am 12. und 13. Mai 2026 vor der jährlichen asp-Tagung der Postdoc-Workshop statt, dieses Jahr am Institut für Sport und Sportwissenschaft (ISSW) der Universität Heidelberg. Der Workshop hat sich in den vergangenen Jahren als wichtige Austausch- und Vernetzungsplattform für Wissenschaftler:innen nach der Promotion etabliert. Entsprechend entwickelten die diesjährigen Organisatorinnen Dr. Lena Henning und Dr. Laura Voigt auch in diesem Jahr ein zweitägiges Programm, in dem neben dem inhaltlichen Schwerpunkt – der Vorbereitung auf Bewerbungs- und Berufungsverfahren – vor allem der kollegiale Austausch in der Sportpsychologie und in verwandten Fachdisziplinen im Mittelpunkt stand. Unterstützt wurden sie dabei von Dr. Ulrike Preißler (Preissler Academia Consult) und Prof. Dr. Chris Englert (Goethe-Universität Frankfurt). Die 13 Teilnehmenden nutzten die intensive Arbeitsatmosphäre, um Bewerbungsunterlagen zu überarbeiten, Interviewgespräche zu simulieren und individuelle Fragen zu wissenschaftlichen Karrierewegen zu diskutieren.

Den Start am Dienstagnachmittag machte Dr. Ulrike Preißler, die langjährige Erfahrung in der Beratung und Begleitung von Karrieren in der Wissenschaft hat. Sie präsentierte eine Vielzahl an Tipps für den Bewerbungs- und Berufungsprozess in der Wissenschaft: von der Analyse der Ausschreibung über die Vorbereitung der Bewerbungsunterlagen, mit einem besonderen Fokus auf Lebenslauf und Forschungskonzept, bis hin zu den ungeschriebenen Regeln in den Berufungsgesprächen. Dabei entstand ein reger Austausch, in dem die Teilnehmenden von Dr. Preißlers Erfahrung beim Deutschen Hochschulverband profitierten und Themen ansprechen konnten, die häufig unbeantwortet oder unausgesprochen bleiben. Den Abend ließen die Postdocs gemeinsam mit den Promovierenden der Nachwuchstagung beim Grillen am ISSW ausklingen.

Am Mittwochmorgen wurden die Impulse des Vortrags von Dr. Preißler aufgegriffen, um an den eigenen Bewerbungsunterlagen zu arbeiten und anschließend Bewerbungsgespräche zu simulieren. Im Peer-Review-Verfahren setzten sich Teilnehmende in ähnlichen Karrierephasen zusammen und gaben sich gegenseitig Feedback zu ihren Lebensläufen. Im Anschluss stellten sich alle einigen Bewerbungsfragen, die andere ins Schwitzen bringen, zum Beispiel “Was sind aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen für unsere Disziplin im Moment und in den nächsten 10 Jahren?” oder “Welche Gleichstellungsmaßnahmen ergreifen Sie in der Nachwuchsförderung?”. Das gemeinsame Üben und Austauschen über die Antwortstrategien wurden von allen als sehr hilfreich und konstruktiv wahrgenommen.

In diese gestärkte Atmosphäre kam am Mittwochnachmittag Prof. Dr. Chris Englert, um Perspektiven auf Berufungsverfahren und wissenschaftliche Karrierewege in der Sportpsychologie einzubringen. In einem offenen Austausch berichtete er von seinen Erfahrungen auf unterschiedlichen Karrierestufen und gab Einblicke in Anforderungen und Erwartungen, die in Bewerbungs- und Berufungsverfahren der Sportpsychologie eine besondere Rolle spielen. Die Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit, um individuelle Fragen zu stellen und Themen anzusprechen, die in allgemeinen Karriereratgebern oft zu kurz kommen. Gerade diese Kombination aus überfachlichen Informationen, spezifischen Einblicken in die Disziplin und dem direkten Austausch mit erfahrenen Wissenschaftler:innen machte den Workshop für viele besonders wertvoll.

Bei einem asp-Postdoc-Workshop darf der gemeinsame Ausklang nicht fehlen. Hierfür hatten die Organisator:innen aus Heidelberg gesorgt: Beim gemeinsamen Abendessen kamen am Mittwochabend alle Postdocs und Promovierenden der Nachwuchstagung sowie die Mentor:innen und das asp-Präsidium zusammen. In entspannter Atmosphäre wurden die Gespräche des Workshops fortgeführt, neue Kontakte geknüpft und bestehende Netzwerke gestärkt. Dass es für einige recht spät wurde, unterstreicht den besonderen Charakter des Postdoc-Workshops und die Verbundenheit innerhalb der Sportpsychologie.

Der große Dank der Postdocs gilt Dr. Lena Henning, Dr. Laura Voigt und dem gesamten Heidelberger Organisationsteam für die hervorragende Vorbereitung des Workshops, die liebevolle Versorgung am ISSW sowie die herzliche Betreuung vor Ort. Durch ihr Engagement entstand ein Rahmen, der intensive inhaltliche Arbeit, offenen Austausch und kollegiale Vernetzung gleichermaßen ermöglichte. Die nächsten Organisator:innen nehmen die positiven Rückmeldungen mit, um auch für nächstes Jahr einen Workshop zu planen, der die Postdoc-Community der Sportpsychologie und darüber hinaus zusammenbringt. Ebenso wichtig wie die inhaltliche Ausrichtung bleiben dabei die Räume, die den Workshop seit Jahren prägen – der offene Austausch, das gegenseitige Lernen und die Vernetzung innerhalb der Sportpsychologie.

Dr.in Stephanie Bünemann und Edda van Meurs

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